Worauf Anleger langfristig achten sollten - von Philipp Vorndran

11.02.2020

Das Jahresende naht - und damit die unvermeidlichen, oft kurzfristigen Konjunkturprognosen. Anleger sollten angesichts der Nachrichtenflut aber gelassen bleiben. Warum, das erklärt Philipp Vorndran.

In der ständigen Nachrichtenflut stellen sich viele Anleger die Frage, welche Nachricht ein wichtiges Signal ist, auf das sie achten müssen. Und welche Nachricht bloß "noise", also Hintergrundgeräusch. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn: Irrelevante Nachrichten führen häufig zu schlechten Anlageentscheidungen, während relevante Informationen helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und langfristige Entscheidungen zu treffen.

Was ist ein relevantes Ereignis?

Doch was definiert ein relevantes Ereignis? Relevante Ereignisse müssen unseres Erachtens eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit haben und für einen relevanten Zeitraum prognostizierbar sein. Das ist beispielsweise beim Brexit schwierig - drei Jahre nach dem Referendum streiten die Briten immer noch über den Ausstieg aus der EU. Zudem müssen die Auswirkungen auf bestimmte Anlagen abschätzbar sein, wobei hier nur Profis, die sich in ihrem Kompetenzkreis bewegen, eine verlässliche Einschätzung vornehmen können. Wer hätte sagen können, wie sich die Börsen nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten entwickeln würden?

Exakte Marktprognosen liefern nicht mehr als Glückstreffer

Jeder Versuch, Marktentwicklungen prognostizieren zu wollen, muss scheitern. Mehr als Glückstreffer sind bei solchen Vorhersagen nicht drin. Deshalb betonen wir immer, dass wir keine Kristallkugel haben. Wann die nächste Rezession kommt, wie sich der Handelskonflikt mit den USA entwickelt oder wer 2020 US-Präsident wird, das können wir bei Flossbach von Storch nicht wissen. Genauso wenig, wo zum Jahresende der DAX steht.

Mit Blick auf unser anlagestrategisches Weltbild trauen wir uns jedoch folgende Aussagen zu:

  • Wir erwarten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken alles tun werden, um eine Finanzkrise zu vermeiden.
  • Wir gehen davon aus, dass die Tiefzinsphase noch sehr lange anhält. Wir sagen, die Zinsen bleiben so tief bis zur nächsten Währungsreform.
  • Wir glauben, dass das Vertrauen in unser Geld abnimmt, zumindest was seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel betrifft.
  • Wir denken, dass die Inflation steigen wird. Sie wird wohl nicht fünf oder sechs Prozent erreichen, aber auf längere Sicht über dem langfristigen Durchschnittssatz in Mario Draghis Amtszeit liegen, also höher als 1,1 Prozent jährlich ausfallen.
  • Wir glauben, dass ein gewisser Anteil von Gold im Depot ein Muss ist - als Versicherung gegen die bekannten und unbekannten Risiken am Kapitalmarkt.
  • Zudem sind wir überzeugt, dass Aktien langfristig deutlich höhere Renditen als Anleihen bringen werden.

Wer diese Signale verstanden hat, der versteht auch, dass er investiert sein muss. Oder um es wie Warren Buffett zu sagen: "Das Risiko an der Seitenlinie zu stehen, ist gigantisch - relativ zum Risiko, investiert zu sein."

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